Das Jahr 2021

Januar bis Juni

Ende des letzten Jahres hatte ich ein Inserat in unserem Regionalblatt entdeckt. Es war von der Spitex. Sie stellten das Modell der pflegenden Angehörigen vor. Vorher hatte ich noch nie etwas davon gehört.

Die Spitex würde mich anstellen, wenn ich den SRK Kurs als Pflegehelferin absolvierte. Ich überlegte mir das gut, weil es doch auch einiges kostete.

Ausbildung zur Pflegehelferin

Ich würde einige Wochen die Schulbank drücken, was ich grundsätzlich gerne tat und ein dreiwöchiges Praktikum absolvieren. Natürlich gehörte ich zu den älteren Schülern😊, aber wir hatten eine sehr angenehme Klasse.

Die Ausbildung war äusserst interessant und das Praktikum sehr lehrreich, aber auch anstrengend. Arbeitsbeginn war immer um 7.00 Uhr. Ich lernte den Betrieb in einem Alters- und Pflegeheim kennen und musste mich mit allen Arbeiten vertraut machen.

Die Anstellung bei der Spitex klappte dann gut, es wurde definiert wie viel Zeit ich für Peter aufwenden durfte. Es ist und war ein Erfolgsmodell und ich fühlte mich für meine «Arbeit» mit Peter wertgeschätzt.

Peter

Peter ging es soweit gut, er war kurz im Spital, eine Zehe machte ihm Mühe und musste operiert werden.

Seinen Geburtstag im März feierten wir mit der Familie und niemand dachte damals, dass es sein Letzter sein würde…

Im April bekam Peter das Gluggsi, ach war das mühsam, wir probierten sämtliche Hausmittel, aber es hielt 4 Tage nonstop an. Es verschwand dann mit einem Medi, dass unsere Hausärztin ihm verschrieben hatte. Peter tat mir sehr leid, wie anstrengend und ermüdend musste das für ihn gewesen sein?

Im Grossen und Ganzen fühlte Peter sich im ersten Halbjahr des 2021 aber wohl. Er wurde von uns gut umsorgt, die Spitex begleitete uns fachlich und einmal in der Woche durfte Peter an seinen Tagesplatz in einem Demenzheim.

Zügeln?

Ich spielte schon länger mit dem Gedanken unser Haus an einen unserer Söhne zu verkaufen und uns eine rollstuhlgängige, ebene Wohnung für das Alter zu suchen. In unserer Gemeinde, entstand ein Neubau und ich konnte mir eine 3.5 Zimmer Wohnung sichern.

Ich freute mich sehr darauf, wusste ich aber auch, dass ein Haus räumen und einen ganzen Haushalt zügeln, einiges an Arbeit mit sich bringen würde. Ich hoffte auch sehr, dass es für Peter nicht all zu stressig werden würde und ich würde alles daran setzen ihm den Umzug möglichst angenehm zu gestalten.

Krankenkasse

Bis anhin hatte unsere Krankenkasse mit den anfallenden Kosten von Peter kein Problem. Es wurde anstandslos alles bezahlt. Plötzlich erhielten wir ein Schreiben, dass nicht mehr alle Leistungen bezahlt würden, insbesondere von der Spitex. Die Begründung war, dass Peter ja eine Hilflosenentschädigung erhalte und wir dieses Geld für die Pflege einsetzen sollten.

Ich war wie vor den Kopf geschlagen und der Brief machte mich hässig. Ich ballte die Faust im Sack und dachte mir, sollen die Mitarbeiter doch einmal vor Ort kommen und selber sehen, welche Herausforderungen es alle Tage zu bewältigen gibt. ☹

Ich nahm die Faust dann wieder aus dem Sack und schaltete unsere Rechtschutzversicherung ein. Und ja, plötzlich ging es, die Krankenkasse zog ihr Anliegen zurück und alles war wieder wie vorher!? Einfach mühsam und nervenaufreibend.

Auguste- Alzheimerzeitschrift

Von Alzheimer Bern bekam ich eine Anfrage. In der nächsten Ausgabe sollte das Thema der pflegenden Angehörigen thematisiert werden. Die Frage lautete, ob ich einem Bericht über uns zustimmen würde. Der Bericht sollte mit Fotos ergänzt werden….

Ich fand es eine gute Sache. Die Alzheimergesellschaft hatte uns gut beraten und so konnten wir etwas zurückgeben. Ein Interview wurde gemacht und eine Fotografin kam zu uns nach Hause, um einige Bilder zu schiessen.

Der Bericht war gut gelungen und wir hatten sehr liebe, positive und wohlwollende Feedbacks.

https://www.alzheimer-schweiz.ch/de/auguste/schwerpunkt/beitrag/ich-habe-unser-schicksal-angenommen

In der ersten Hälfte 2021 war alles gut geordnet, Peter ging es gut und wir hatten einige kommende Ereignisse auf die wir uns freuen konnten.

Ich war zufrieden, wie sich alles entwickelte und ich blickte zuversichtlich in die Zukunft.

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