Die Reise nach Argentinien/Glückliche Tage

Teil 2, 2015

Ushuaia- Hauptort von Feuerland

Unser Flug dauerte rund 3, 5 Stunden und wir legten gut 3000 Kilometer zurück. Das Land ist riesig und per Flugzeug kann bequem von A nach B gereist werden. Der Flughafen in Ushuaia ist auf einer Insel und ich war nicht ganz sicher, ob die Rollbahn lang genug war, um zu landen. 😊

Eigentlich ist Ushuaia ja gar nicht ganz das Ende der Welt, doch die Hauptstadt von Feuerland besitzt zumindest den Titel der südlichsten Stadt der Welt. Von hier gehen viele Schiffe zum Südpol. Einzigartige Landschaften, faszinierende Gletscher, eine vielseitige Tierwelt und extrem unbeständige Temperaturen machen die Stadt an der Südspitze von Südamerika zu einem echten Ereignis. Sogar einen Leuchtturm mit dem Namen „Fin de Mundo“, also Ende der Welt, gibt es passenderweise bei Ushuaia. Ein unbeschreibliches Gefühl am Ende der Welt zu stehen, Blick gegen Norden, der unendlich grosse südamerikanische Kontinent, Blick nach Süden, direkt zum Südpol.

Als erstes mussten wir uns mit Kleidern eindecken. Alle Sportgeschäfte klapperten wir ab, und deren gibt es in der Stadt genug. Wanderschuhe, Unterwäsche, Socken, Hosen, Jacken, Handschuhe, Mützen alles mussten wir kaufen. Die Temperaturen waren sehr kühl und ein eisiger Wind wehte uns um die Ohren. Der Schnee reichte weit über die Bergflanken herunter. Nicht nur im Laufe eines Tages unterscheiden sich die Temperaturen in Ushuaia sehr stark, auch im Laufe des Jahres gibt es sehr unterschiedliche Werte. Im Normalfall liegen die Temperaturen im Sommer in den Monaten von Dezember bis Februar zwischen 5 und 20 Grad, zwischen Juni und August im Winter etwa bei – 20 Grad und 8 Grad plus.

Kleider kaufen und anprobieren mit Peter ging noch tiptop. Er konnte uns auch gut mitteilen, ob die Schuhe passten oder nicht. Er war sehr gut zu Fuss, trittsicher, was uns auf den Wanderungen sehr zu Gute kam. Peter war interessiert, machte immer mit, konnte Freude zeigen und war gespannt auf die kommenden Tage. Er freute sich am feinen Essen und an einem guten Glas Wein.

Was weniger gut klappte waren Zeitangaben einhalten und sein Orientierungssinn. Unser Hotelzimmer selber zu finden war nicht mehr möglich. Ich war so froh, dass ich nicht alleine war und wir uns abwechseln konnten, um Peter immer im Auge zu behalten. Unsere Reisegruppe lernte sich immer besser kennen und verschiedene Personen boten sich an, ebenfalls ein Auge auf Peter zu haben.

Der Beagle-Kanal

Die verschneiten Andenausläufer, der Leuchtturm am Ende der Welt und ein wunderschöner Blick auf Ushuaia – eine Bootsfahrt auf dem Beagle-Kanal ermöglichte uns einzigartige Eindrücke der Landschaft vor Ort. Beim Beagle-Kanal handelt es sich um eine Wasserstraße zwischen Atlantik und Pazifik, außerdem liegt die Grenze von Argentinien und Chile auf dem Kanal. Es war sehr kalt, das Wasser sehr unruhig und ein unbändiger Wind blies uns fast vom Boot. Selten haben wir eine so einsame, aber trotzdem faszinierende Landschaft gesehen. Viele kleine Inseln haben wir passiert und unzählige Vogelkolonien beobachtet. Ganz fasziniert waren wir von den Seelöwen, die uns lautstark begrüssten. Eine Insel haben wir angesteuert und sie erkundet. Wie karg sie auch von weitem aussah, als wir dann an Land waren und genau hinschauten waren wir erstaunt, wie unglaublich grün und vielfältig sie bewachsen war.

Wanderungen im Feuerland Nationalpark «Tierra del Fuego»

Rau, ursprünglich und einzigartig ist die Landschaft im Nationalpark Tierra del Fuego. Mit dem Bus fuhren wir hin und machten im Park kleinere Wanderungen, die ein unvergessliches Erlebnis waren. Wir fühlten uns in einer anderen Welt. Zu den landschaftlichen Attraktionen im Nationalpark zählen Gletscher, tiefe Täler und Schluchten, Flüsse und Seen sowie Torfmoore. Die Laguna Negra ist ein Beispiel für ein Torfmoor, das noch in der Entstehung begriffen ist. Peter war in seinem Element, Wanderungen, Natur, eine gute Gruppe, er fühlte sich rundum wohl.

Nach drei Tagen hiess es Abschied nehmen, Feuerland verlassen und aufbrechen in Richtung Patagonien. In El Calafate war unser nächster Aufenthalt. Das Beste: unsere Koffer reisten am Abreisetag nach Ushuaia, wir konnten sie vor dem Weiterflug identifizieren, und sie wurden direkt in unser Flugzeug geladen. Alles zeitlich sehr knapp, wir waren die Letzten die eingestiegen sind. Unsere ganze Gruppe empfing uns mit Applaus, endlich war die unsägliche Story der verlorenen Koffer beendet.

Die ersten 8 Tage waren vorbei, bis dahin die Reise ein voller Erfolg und es sollte in dem Stil weiter gehen. Fortsetzung folgt….

Ausnahmezustand Coronavirus

Schon wieder ist eine Woche vorbei, in dieser sehr speziellen Zeit. Wir haben uns schon sehr an die Situation gewöhnt. Uns geht es gut und ich geniesse fast ein wenig die ruhige Zeit, kein Druck, keine Termine, wir lassen es gemütlich angehen. Kontakt halte ich mit Telefon, Mail, Besuche nur im Garten, mit genügender Distanz. Oft erhalte ich ein Video, das mein Sohn vom Grosskind gemacht hat. So sehe ich seine Fortschritte und kann Teil der Familie sein.

An Ostern kamen unsere Söhne kurz vorbei um hallo zu sagen. Aussergewöhnlich sind diese Ostertage, wir sind aber dankbar, sind alle gesund und das schöne, warme Wetter tut uns gut. Wir freuen uns an der Frühlingsblütenpracht, den Apfelblüten und dem zarten Grün der Bäume.

2 Kommentare zu „Die Reise nach Argentinien/Glückliche Tage

  1. Danke, Martin!
    Diese Reise war so einzigartig und bereichernd, unvergessene Eindrücke, ein Land das unglaublich vielseitig ist. Ich habe mit Peter noch oft das Fotobuch von Argentinien angeschaut……
    Ich freue mich auch, wenn Peter wieder zu euch kommen kann. Immer weiss ich, wie gut und liebevoll er bei euch aufgehoben ist und betreut wird! Danke!

  2. Es ist immer so toll wie du schreibst, man hat das Gefühl gleich dabei zu sein! Ich bin froh, dass ihr diese Reise noch gemacht habt, trotz der abnehmenden Gesundheit. Auch Corona wird mal vorbei gehen und wir freuen uns schon Peter wieder betreuen zu dürfen. 🙂

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