Wir schaffen uns ein Pflegebett an

Seit längerer Zeit setzte ich mich mit dem Gedanken auseinander, dass wohl ein Pflegebett für Peter unabkömmlich sein würde. Beim Aufstehen bekundete Peter zunehmend Mühe, beim Abliegen ebenso und für mich hätte es nur Vorteile, dass ich mich nicht immer so tief bücken müsste. Eilen tat es nicht, aber ich nahm mir vor, mich ein wenig umzuschauen.

Vorteile eines Pflegebettes

Ein Pflegebett bietet eine Menge Vorteile. Und das Schöne daran: Es erleichtert sowohl dem Pflegebedürftigen als auch der Pflegeperson den Alltag.

Es ist höhenverstellbar, damit wird das Risiko von Rückenschmerzen gemindert. Bei einem Standard – Pflegebett liegt die Verstellung meistens zwischen 40-80 cm, ohne Matratze gerechnet. Es ist auf Rollen verschiebbar, und hat einen elektrisch verstellbaren Lattenrost. Oft können auch Seitenschutzwände montiert werden.

Weitere Vorteile:

– das selbständige Aufstehen und Hinlegen

– das eigenständige Umsetzen vom und in den Rollstuhl

– das Betten in die bequemste Position mittels Fernbedienung, weil die Betten -meist viergeteilt sind und der Lattenrost des Pflegebettes mehrfach verstellbar ist, so dass man die ideale Liege- oder Sitzposition finden kann

– die verbesserte Teilhabe am Alltagsleben.

Welche Arten von Pflegebetten werden angeboten?

Bei der Anschaffung eines Pflegebettes steht natürlich das Bedürfnis – sprich: die Erkrankung – im Vordergrund. Mit einem regulären Pflegebett ist bereits in vielen Fällen sehr gut geholfen.

Nichtsdestotrotz gibt es noch eine Reihe von Spezial-Pflegebetten:

  • Niederflurbetten für Menschen mit Demenz (Verletzungsgefahr durch    Bettflucht wird gesenkt)
  • Aufstehbetten mit extra Aufstehhilfe
  • Sitzbetten (zum Beispiel für Menschen mit schweren Atemwegserkrankungen
  • tiefenverstellbare Betten
  • Betten, die besonders belastbar sind für sehr schwere Patienten
  • Seitenlagerungsbetten
  • Stehbetten (für die Steh-Therapie)
  • Intensivpflegebetten
  • Lagerungsbetten
  • Mobilisierungsbetten
  • Therapie- & Reha-Betten mit gesondertem Zubehör
  • Betten für Kinder oder Kleinwüchsige

Sollte ich ein Bett mieten oder kaufen? Ein Neues oder sollte ich mich auf die Suche machen, nach einem gebrauchten Bett?

Die Miete eines Pflegebettes kostete etwa 80 – 100 Franken im Monat. Ein neues Bett wäre zwischen 2800.- und 4800.-

Wer übernimmt die Kosten?

Krankenkassen Das Pflegebett ist auf der sogenannten Hilfsmittelliste des KVG nicht aufgeführt. Aus diesem Grund konnte unsere Krankenkasse die Kosten des Pflegebetts aus der Grundversicherung nicht übernehmen. Die Kosten werden von den Krankenkassen jedoch aus den Zusatzversicherungen übernommen. Allerdings sind dies freiwillige Leistungen. Somit war für die Kostenübernahme wesentlich ob unsere Krankenkasse überhaupt die Kosten für ein Pflegebett übernimmt. Sie tat es nicht, respektive das war in unserem Vertrag nicht vorgesehen.

Invalidenversicherung (IV) Da Peter eine IV Rente erhielt hatten wir möglicherweise Anrecht aus Leistungen aus der IV. Nach Nachfrage, zerschlug sich das aber auch bald.

Ergänzungsleistung (EL) Da wir keine Ergänzungsleistungen erhielten, war auch da nichts zu machen.

Nun ein neues Bett kam nicht in Frage. So schaute ich mich auf allen gängigen Portalen, wo Betten angeboten wurden, um. Es war nicht einfach, oft verlangten die Besitzer Fantasiepreise, oder das Bett war schon sehr alt und unansehnlich. Auch die Auswahl, Pflegebetten gibt es nicht zu hunderten zu kaufen, war bescheiden.

So schob ich das ganze Projekt auf die lange Bank. Als ich mit meinem Vater einmal darüber diskutierte, gab er mir einen Tipp. Seine Schwester hatte vor einigen Jahren ein Pflegebett angeschafft. Seines Wissens war das nun bei den Verwandten in der Garage gelagert. Das wäre mal was und umgehend meldete ich mich bei meiner Cousine. « Ja das Bett ist vorhanden, ja es steht in der Garage, ja du könntest es günstig kaufen»

Ich besichtigte das Bett, es musste noch entstaubt und geputzt werden, aber es entsprach genau unseren Bedürfnissen.

Danach war der Transport auch bald organisiert, unser Sohn Adrian mit seinem Kollegen, übernahm diese Aufgabe. Anmerkung: Pflegebetten sind sehr, sehr schwer und es war ein *Krampf*

Schlussendlich stand das Bett in unserem Schlafzimmer. Natürlich musste ich vorher unser Ehebett entsorgen und mir ein Einzelbett anschaffen. Aber es hatte gut Platz und würde uns fortan das Leben erleichtern.

Fazit:

Ein geeignetes Pflegebett erleichtert den pflegenden Angehörigen und Pflegediensten die Versorgung des pflegebedürftigen Menschen beträchtlich. Ein modernes Pflegebett ist dabei nicht nur praktisch, sondern lässt sich zudem in die Wohnräume integrieren. So gibt es bei vielen Modellen verschiedene Holzoptiken und Farbvarianten. Oft fällt ein solches Bett als Pflegehilfsmittel auf den ersten Blick gar nicht auf.

Peter hat sich gut mit dem Bett abgefunden, ihn interessierte im Schlafzimmer die neue Anordnung nicht gross. Seine Matratze passte genau aufs Bett und somit merkte er auch da keinen Unterschied.

Rückblickend gesehen war es ein guter Entscheid, auch wenn am Anfang die Funktionen des Bettes noch kaum genutzt wurden. Nach und nach wurde das Pflegebett ein wichtiger Bestandteil bei der zunehmenden Pflege von Peter.

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